Wie wir in Zukunft lernen werden


Portraitfoto Günter Rattay

von Günter Rattay

Die brandaktuelle Publikation von Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt „Die digitale Bildungsrevolution“ zeigt anschaulich die Herausforderungen und Umbrüche, die das Lernen von Morgen auszeichnen werden.

 

Das Vorbeten von kognitiven Inhalten wird sich erübrigen

Eine klare Trennung zwischen kognitiv erlernbaren Themen und persönlichen, sozialen bzw. Anwendungs-Kompetenzen ist der erste Hebel für die Bildungsrevolution:

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  • Methoden, Ansätze und Modelle werden via perfekt gemachter Videos oder Webinare auf speziellen Lernplattformen oder Youtube konsumierbar,
  • Umsetzungs-Hilfen und Erfahrungen von Praktikern werden analog in Präsenz-Workshops, Gruppenarbeiten oder Situations-Simulationen erarbeitet.

Damit wird Top-Qualifikation für eine breite Zielgruppe zugänglich.

Viele Lehrer und Trainer werden neue Rollen übernehmen: die des begleitenden Lern-Tutors, Mentors und Unterstützers des sozialen Lernens. Das Vorbeten von kognitiven Inhalten zum wiederholten Male wird sich erübrigen.

 

Individualisierung des Lernens

Der zweite Hebel der Revolution betrifft die Individualisierung des Lernens. Ein Widerspruch zur ersten Hypothese des Massenlernens?

Qualifizierung wird mittels elektronischer Kompetenzüberprüfung und Lernfortschrittsmessung effizient und individuell punktgenau auf Lerntyp, Vorwissen und Lernfortschritt anpassbar.

Dabei werden die Lernenden im digitalen Lernprozess laufend gemessen und dementsprechend Geschwindigkeiten, Übungen, Tests und Anreize gesetzt, die genau auf das Individuum abgestimmt sind. Durch eine spielerische Förderung und parallele Forderung des Lernenden steigt sogar die intrinsische Lernmotivation, Lernen wird spannend und reizvoll.

 

Wie wird Lernen in Zukunft für ProjektmanagerInnen und Führungskräfte funktionieren?

Lernen auf Vorrat wird im Angesicht der täglichen Aufgabenvielfalt, des steigenden Leistungsdrucks und der erhöhten Performance-Anforderungen immer weniger möglich sein. Die intrinsische Motivation, sich mit Freude und Neugierde laufend weiter zu entwickeln, alte Muster immer wieder auf ihre Nützlichkeit zu hinterfragen und Neues, Innovatives auszuprobieren werden die zentralen Treiber werden.

 

Komfortable Lernplattformen

Die Ausbildungsinstitute werden über leicht nutzbare Lernplattformen, auf einer individualisierten Lern-Roadmap

  • kleine Happen und regelmäßige soziale Lernformate zur Verfügung stellen
  • parallel den Lernfortschritt des individuellen Lernenden zu jedem Zeitpunkt erfassen und
  • die nächsten Lernschritte dazu angepasst anbieten.

 

Coaches und Reflexionspartner

Die bisherigen Trainer werden als Lern-Tutoren, Coaches oder auch Reflexionspartner im Hinblick auf die Lern-Roadmap eine ganz neue Rolle einnehmen, die viel näher am individuellen Entwicklungsfortschritt der Lernenden ist (vergleichbar mit den Betreuern an Elite-Universitäten) und daraus ein viel direkteres Feedback für den erfolgreichen Transfer erhalten.

 

Voraussetzungen für das „Neue Lernen“

Was ist für ProjektleiterInnen und Führungskräfte wichtig?

  • Nachhaltige Wirksamkeit und Überprüfbarkeit des Lernens
  • Spielerisches Lernen in kleinen Happen
  • Individuelle Anpassung (zeitlich und räumlich)
  • Laufende Adaptierung der Lernformen je nach Lerntyp, Vorwissen und Lernfortschritt, so dass Fortschritte erkennbar werden und die Motivation, „dran zu bleiben“, angeregt wird.

Lesen Sie auch folgenden Artikel im projektmagazin: Wie sich die digitale Bildungsrevolution auf Projektmanager auswirkt 

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